STOXX® Europe 600 genießt wachsendes Anlegerinteresse

Erscheinungsdatum: 16. Aug 2016 | Eurex Exchange

STOXX® Europe 600 genießt wachsendes Anlegerinteresse

Wir haben uns mit Jan-Carl Plagge, Director – Head of Applied Research, STOXX Ltd., über das breite Angebot und die gute Investierbarkeit des STOXX® Europe 600 unterhalten und erörtert, was den Index zu einem einzigartigen Barometer für die gesamteuropäische Marktstimmung macht.

Herr Plagge, wie setzt sich der STOXX® Europe 600 Index zusammen und welche Faktoren sind ausschlaggebend für das Interesse der Anleger?

Jan-Carl Plagge: Der STOXX® Europe 600 beinhaltet Aktien der 600 größten und liquidesten Unternehmen im entwickelten Europa. Der Index deckt damit ungefähr 90 Prozent der investierbaren Marktkapitalisierung des zugrunde liegenden Aktienmarktes ab. Er bietet ein ausgezeichnetes Verhältnis zwischen Marktabdeckung und Handelbarkeit. Um Anlegern besseren Zugang zu Liquidität zu verschaffen, haben wir für Aktien, die in den Index einbezogen werden, einen minimalen Schwellenwert von EUR 1 Million ADTV eingeführt.
In Bezug auf Ertrag und Risiko verhält sich der STOXX® Europe 600 ähnlich wie der zugrunde liegende Gesamtmarkt-Index STOXX Europe Total Market. Aufgrund der Konzentration auf die 600 größten Werte und der Einführung einer Mindestliquiditätsschwelle bietet er diese Charakteristika bei einem deutlich höheren Umsatz in den zugrunde liegenden Werten und mit einem durchschnittlichen ADTV von lediglich USD 8,7 Millionen.
Diese handelbare und dennoch umfassende Wiedergabe des zugrunde liegenden Marktes trägt wesentlich zur Attraktivität des Index bei. Dazu kommen die gehandelten Kontrakte in Optionen und Futures: Der STOXX® Europe 600 Index ist der bei weitem liquideste breit entwickelte europäische Benchmark-Index, mit über 6,5 Millionen gehandelten Futures-Kontrakten und 0,15 Millionen gehandelten Optionen im Jahr 2015.

Wie bilden europäische Länder und Sektoren die verschiedenen Risiko- und Ertragscharakteristika der vergangenen zehn Jahre ab?

Jan-Carl Plagge: Eine wichtige Eigenschaft des Index ist seine Vielschichtigkeit, nicht nur in Bezug auf Sektoren, sondern auch was die darin vertretenen Länder angeht.
Der STOXX® Europe 600 ist breit diversifiziert und enthält Werte aus insgesamt 18 entwickelten europäischen Nationen. Großbritannien stellt dabei den größten Markt dar (mit insgesamt zirka 32 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung im Index), gefolgt von Frankreich (15 Prozent), der Schweiz (14 Prozent) und Deutschland (13 Prozent). Diese Verteilung ähnelt der des entwickelten gesamteuropäischen Aktienmarktes. Was die Gesamtperformance des Index angeht, leistet Großbritannien ebenfalls den größten Beitrag.
In Bezug auf die vertretenen Sektoren trägt der Finanzbereich den größten Anteil zur Gesamtperformance bei. Obwohl dieses Segment grundlegend die positive Rendite im Zeitraum vor und nach der Finanzkrise mitbestimmt hat, verursachte es 2008 und während der europäischen Schuldenkrise 2010 und 2011 auch Verluste und Abflüsse. Der Performance-Beitrag der anderen Sektoren war weniger ausgeprägt und im Großen und Ganzen homogen ausgerichtet.

Wie schneiden die Bewertungen des STOXX® Europe 600 im Vergleich zu anderen wichtigen Märkten ab?

Jan-Carl Plagge: Europa bietet im Vergleich zu anderen großen Aktienmärkten recht attraktive Bewertungscharakteristika. Die Preisskalierung nach Buchwert zeigt, dass die im STOXX® Europe 600 enthaltenen Unternehmen relativ gesehen unterbewertet sind. Mit einem Kurs-Buch-Verhältnis von lediglich 1,77 liegt es 35 Prozent unter dem Niveau des US-Aktienmarktes (Kurs-Buch-Verhältnis 2,77) und immer noch etwa 16 Prozent unter dem Kurs-Buch-Verhältnis von 2,11 des weltweiten Aktienmarktes. Diese Bewertungsunterschiede sind jedoch historisch sehr konstant und damit haben sie den Charakter eines fixen Effekts. Der europäische Aktienmarkt liegt derzeit leicht unter seinem Langzeitdurchschnitt, mit einem Kurs-Buch-Verhältnis von 1,65 (Stand 30. Juni 2016) liegt er rund 9 Prozent unter dem Zehnjahresdurchschnitt von 1,75.

In Bezug auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis sind die im STOXX® Europe 600 enthaltenen Unternehmen günstiger im Vergleich zu den US- und weltweit entwickelten Aktienmärkten. Betrachtet man aber den tatsächlichen statt den erwarteten Gewinn, so sind die Unternehmen des STOXX® Europe 600 teurer als jene im S&P500 oder MSCI World während der europäischen Schuldenkrise und der darauf folgenden Erholungsphase seit 2013.

Zu guter Letzt: Die Märkte sind noch sehr mit den möglichen Auswirkungen des britischen Brexit-Votums beschäftigt. Welchen Einfluss hatte das Ergebnis des Referendums auf den STOXX® Europe 600?

Jan-Carl Plagge: Die Brexit-Entscheidung hat die Entwicklung des STOXX® Europe 600 und auch andere Leitindizes weltweit negativ beeinflusst. Unsere Analysen zu den Auswirkungen des Referendums auf die Aktienpreise zeigen jedoch die größte Negativbeeinträchtigung bei Unternehmen, deren Erträge stark von Großbritannien abhängen.
Speziell die Analyse der Umsätze bei den Konstituenten des STOXX® Europe 600 hat gezeigt, dass – basierend auf der Marktkapitalisierung – das Exposure Großbritannien gegenüber geringer ist als erwartet. Tatsächlich generieren die Werte des STOXX® Europe 600 lediglich etwa 50 Prozent ihrer Erlöse innerhalb entwickelter europäischer Länder. Erstaunlicherweise haben die im STOXX® Europe 600 vertretenen Unternehmen mit 19 Prozent ein höheres Exposure gegenüber den USA als gegenüber allen europäischen Ländern. Dieses globale Diversifizierung hat grundlegend zur Entschärfung der Negativeffekte des Brexit auf die Indexentwicklung beigetragen.

Jan-Carl Plagge
Director – Head of Applied Research STOXX Ltd.

Jan-Carl Plagge verantwortetbei STOXX Ltd. Dort verantwortet er die Entwicklung innovativer Indexkonzepte über verschiedene Anlageklassen hinweg. Vor Aufnahme seiner Tätigkeit bei STOXX Ltd. im Jahr 2010 war er vier Jahre lang als Product Development Manager bei der Deutsche Börse AG beschäftigt und arbeitete dort an der Entwicklung von Aktien- und Strategieindizes mit.
Jan-Carl Plagge verfügt über einen Master of Science (M.Sc.) in Business Management von der Universität Münster und promovierte im Fach Finance an der European Business School, Universität für Wirtschaft und Recht, Wiesbaden.


1) Das „entwickelte Europa“ umfasst gegenwärtig die folgenden Länder: Belgien, Deutschland, Dänemark, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Spanien, Schweden, Schweiz und Tschechische Republik.

2) Basierend auf Ein-Jahres-Durchschnitt.

 

Marktstatus

XEUR

-

-

Störungen im Handelssystem

Erhebliche Störungen im Handelssystem

Production Newsboard

Der Marktstatus-Indikator gibt Hinweise  zur aktuellen technischen Verfügbarkeit des Handelssystems. Es zeigt an, ob Production Newsboard-Mitteilungen zu aktuellen technischen Störungen im Handelssystems veröffentlicht wurden oder in Kürze veröffentlicht werden.

Wir empfehlen dringend, aufgrund der Hinweise im Marktstatus-Fenster keine Entscheidungen zu treffen, Bitte verfolgen Sie auf jeden Fall die aktuellen Hinweise im Production Newsboard.

Das sofortige Update des Markt-Status erfordert eine aktivierte und aktuelle Java™ Software für den Web Browser.