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Eurex zieht Resümee der außerordentlichen Handelssituation am Dienstag
Extrem hohe Zahl von Mistrades führt zu Stornos von Geschäften zwischen 9:21 und 9:25 MEZ Handelsteilnehmer bereits nach drei Minuten über Investigation Status informiert Auswertung von mehreren tausend Geschäften unverzüglich erfolgt
23 Nov 2001
Der Terminmarkt Eurex hat am Freitag die außerordentliche Handelssituation am Dienstag, den 20. November 2001, resümiert, als nach Händlerfehleingabe Geschäfte in Futures und Optionen auf die Indizes DAX und Dow Jones Euro STOXX storniert werden mussten. Dabei bestätigte Eurex erneut, dass Teilnehmerfehler bei der Eingabe in das Eurex Handelssystem zu den extremen Preisveränderungen in den genannten Derivaten geführt hatten. Damit widerspricht Eurex Spekulationen, eine von Eurex ausgelieferte Software oder Handelssimulation sei die Ursache hierfür gewesen. Eurex hält wie in der Vergangenheit, auch in diesem Fall am Grundsatz der Anonymität des Handels fest und nennt weder den Namen eines verursachenden Instituts noch individuelle Händlernamen.
Alle Geschäfte, die in diesem Zusammenhang am Dienstag storniert wurden, waren zwischen 9.21 und 9.25 Uhr MEZ abgeschlossen worden. Schon um 9.28 Uhr MEZ hatte Eurex die Handelsteilnehmer über das elektronische Handelssystems informiert, dass die entsprechenden Geschäftsabschlüsse untersucht werden, und diese unter den Status Under Investigation gestellt. Für die Entscheidung der Börse über Mistrades ist das Vorliegen eines wirksamen Teilnehmerantrages erforderlich. Ein solcher Antrag lag erstmalig am Dienstagnachmittag vor. Zum Schutz der Marktteilnehmer sieht das Eurex-Regelwerk vor, dass Mistrade-Anträge spätestens bis zum Ende der Pretrading-Phase des nächsten Handelstages gestellt werden können. In dieser in einem solchen Ausmaß und Komplexität bisher nie aufgetretenen Situation wurden von mehreren tausend analysierten Transaktionen am Dienstagnachmittag schließlich mehr als 1.300 Geschäfte aufgehoben.
Volatilitätsunterbrechungen, die einzelne Stimmen vor dem aktuellen Hintergrund fordern, hat Eurex nach eigenen Angaben in der Vergangenheit wiederholt mit dem Markt und den Teilnehmerarbeitskreisen diskutiert. Die deutliche Mehrheit der Teilnehmer hat sich jedoch bisher gegen solche Handelsunterbrechungen ausgesprochen. Stattdessen präferieren die Teilnehmer am Terminmarkt die Vorteile eines kontinuierlichen Handels, der besonders in volatilen Marktsituationen die jederzeitige Möglichkeit zum Abschluss von Absicherungsgeschäften bietet, so Eurex. Vor diesem Hintergrund weist Eurex die jetzt vereinzelt geäußerte Kritik entschieden zurück, Eurex sei einer breit geäußerten Forderung nach Einführung von Volatilitätsunterbrechungen nicht nachgekommen. Eurex wird den Dialog mit den Teilnehmern zu diesem Punkt wieder aufnehmen, um einer möglicherweise geänderten Präferenz des Marktes Rechnung zu tragen.
Weiterhin wird Eurex zur Diskussion stellen, ob produktspezifische Volumenshöchstgrenzen für Orders hoheitlich eingeführt werden sollen. Eurex bietet seit geraumer Zeit im elektronischen System eine Funktionalität an, mit der die Teilnehmer eigenverantwortlich für jeden ihrer Händler, für jedes einzelne Produkt und für jede einzelne Order Höchstgrenzen festlegen können. Auch dieser Ansatz soll in die Teilnehmerarbeitskreise eingebracht werden.
